Das gregorianische Zeitalter
25. Januar 2016
16 Uhr

Ich bin also auf die Premium gegangen, diese Modemesse in Berlin, um den neuen Chefdesigner von JOOP! zu treffen. Da waren früher einige gute Leute am Werk: good old Wolfgang himself, der großartige Dirk Schönberger, Ausnahmetalent Marc Biggemann – umso mehr war ich also gespannt, wem die deutsche Designmarke nun ihre Kreativgeschicke anvertraut hat.

Auf dem Ausstellungsgelände am Tempelhofer Ufer hatten die JOOP!s gleich ein ganzes Haus besetzt, um den neuen Auftritt angemessen darzustellen. Mittendrin dann Gregor Langerspacher, der neue Chefdesigner, der mir urplötzlich fast um den Hals fiel, als wären wir alte Freunde. Was – wie sich herausstellte – ein bisschen stimmte, da ich vor vielen Jahren, anlässlich Gregors Abschiedsarbeits-Show an Münchens Modeschule Esmod für ihn als Model lief. Es ist immer schön, wenn man Leute nach so langer Zeit wiedertrifft und sich herausstellt, dass sich ein gutes Gefühl erhalten hat. Ich erinnere mich, dass ich damals schon fand, dass seine Entwürfe zwischen all den Faschingskostümen, die viele Absolventen von Modeklassen nun mal präsentieren, als unprätentiös, schlau und tragbar herausstach.

Ich plünderte nun also sofort mit Freude den JOOP!-Stand, um seine neuen Sachen an meinen Lieblingslocations in Berlin zu inszenieren. Das wunderbar Widersprüchliche an Berlin ist ja, dass einem das an sich Geschmacklose und Missratene an der Stadt ganz besonders lieb ist.

Ich meine, selbst das Wappen der Stadt, dieser alberne Bär, sieht irgendwie aus, als hätte es eine aus der Zeit gefallene Wilmersdorfer Werbeagentur designt. Und Gleiches gilt für die Stoffe der U-Bahnsitze mit diesen bunten Wimmelmustern, die einen schon beim bloßen Hinsehen high oder blind machen. JOOP! hat daraus ein Hemd entworfen, und das sieht einfach fantastisch aus. Darauf muss man erst einmal kommen.

 

In Kooperation mit JOOP!