Tribes – nicht zu bunt
12. April 2017
10 Uhr

Ich melde mich aus Kolumbien. Es ist kein beliebtes Tourismusziel, muss man zugeben. Obwohl das Land durch eine Netflix-Serie seit Monaten in aller Munde ist. Das Problem: die Serie “Narcos” dreht sich um den schillerndsten aber auch krassesten Drogenbaron aller Zeiten, der dieses Land für Jahrzehnte zu seinem verwüsteten Vorgarten gemacht hat.

Das wäre so, als würde man – sagen wir – Berlin-Citytrips mit dem Film “Der Untergang” bewerben wollen.

Es ist ein wirklich wunderbares Land, die irrsten herrlichsten Strände hinter denen gleich der Dschungel beginnt. Aber der alte Pablo spaziert halt ständig neben einem mit, Ich weiss wovon ich spreche, weil egal wem man davon erzählt, dass man Kolumbien besucht, schaut einen mit so einem viel wissenden Blick an: Aha so einer bist Du also.

Zugegebenermassen ist die Druffiquote unter den Touristen ziemlich hoch. Wer im Hostel nächtigt, muss damit rechnen, dass die anderen Backpacker links und rechts mit Nasenbluten erwachen. Und das ist unfair gegenüber diesem Land, denn es ist eines der schönsten der ganzen Welt. Und am allerbesten nüchtern zu erkunden.

Beim Ausflug in den Tyrona Nationalpark habe ich drei indigene Stämme getroffen. Sie heissen Kogi, Arhuacos und Kankuamos und sind die mutmasslich einzigen Leute in ganz Südamerika, die der iberischen Invasion bis heute widerstand gehalten haben.

Ich weiss, was das bedeutet, ich kann nämlich selten Spaniern widerstehen, also vor allem Spanierinnen.

Alle drei Stämme tragen übrigens nur weisse Kleidung. Lassen sich aber nur ungern fotografieren…. Weshalb ich mich stellvertretend an deren Lieblingsstrand in meinen weissen Diadoras Heritage für ein zwei Bilder positioniert habe.

Wer nun sagt, das sei „cultural appropriation” hat unrecht, denn nur einige hundert Meter weiter hielt mich einer der Kogis auf und rang mir wortreich eines der Sneakerpaare ab.

Normalerweise sind ja unsere Partner aus der Modebranche schnell zickig, wenn ich ausgeliehene Sachen nicht zurückbringe, aber ich denke die von Diadora werden nachsichtig sein: ihre Sneakers sind jetzt Stammestracht.

In Kooperation mit Diadora