Colombia Pictures
16. Juni 2017
10 Uhr

Südamerika ist eines meiner großen Lebensprojekte. Vor zwei Jahren habe ich schon mal eine Tour von Mexiko über Guatemala, Belize, San Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica nach Panama gemacht. Egal, wo man hinkommt, sagen Dir die Leute, dass man am Ende doch nach Kolumbien muss. Es gilt vielen als schönstes Land der Welt. Und die Kolumbianer selbst halten die Horrorjahre, in denen das Land im Terror der Drogenclans versunken ist, als Ausgleich des nicht ganz so lieben Gottes für die Schönheit, in der sie leben dürfen.

Nun war es endlich so weit und ich habe mich als Backpacker, der ich in Wahrheit immer noch bin, in das Land wo Kaffee, Kakao und Koka wachsen, aufgemacht. Leider habe ich völlig übersehen, dass Fashionshooting und Backpacker-Reisen schlecht zusammengehen. Die beiden Anzüge von JOOP! mussten ein zerknödeltes Dasein in meinem Rucksack ertragen, dass sie dann aber in den kargen Kakteenlandschaften der Wüste La Guajira fesch sitzen, spricht umso mehr für sie.

Ein seltsam schöner Ort, ausgetrocknete Salzpfannen soweit das Auge reicht und Dünen die das türkisblaue karibische Meer berühren, kaum Pflanzen, keine Tiere und erst recht keine Zivilisation. Es gibt keine Straße, nur Spuren von den Fahrzeugen, die irgendwann dieselbe Route genommen haben. Da das Gebiet erst seit kurzem für den Tourismus erschlossen wurde fühlt sich der Trip zum nördlichsten Punkt Südamerikas wie ein abgefahrenes Abenteuer an. Hier leben die Wayuus, ein indigenes Völkchen, das sich noch nicht ganz daran gewöhnt hat, dass da plötzlich Touristen kommen.

Mit großen Augen bestaunen sie die Fremden – und ganz besonders mich. Denn wie erklärt man zwei Jungs, die erst seit zwei Jahren etwa Kontakt mit regelmäßigen Besuchern haben und diese in einem abgerackerten Jeep mit Sprüngen in der Windschutzscheibe durch die Wüste brettern, dass man bitte kurz für ein Fashionfoto stehen bleiben möchte.

Kopfschüttelnd beobachteten sie mich, als ich mich unter einer Kaktee umzog und in einem weißen Anzug fotografierte. Könnte sein, dass ihr Bild von uns Gringos nicht gerade verbessert hat.

Hier noch ein paar Tipps für Kolumbienreisende:

Unbedingt zu den Wayuus fahren, man organisiert sich die Fahrer in der Hauptstadt der Provinz Riohacha, die sich auch um Übernachtungsmöglichkeiten für die Wüstenexpedition kümmern. Das bedeutet übrigens nicht, dass man in einem Kingsize-Bett landet, manchmal ist es auch bloß eine Hängematte zwischen zwei Kakteen.

20 min von dort ist zudem das Santuario de Fauna y Flora los Flamencos, eine schillernde Lagune, auf der tausende pinke Flamingos leben.

Die schönste und auch sicherste Stadt an der Karibik ist Cartagena, wo bunte 
spanische Kolonialhäuser in der Sonne leuchten, und alles vom Look her stark an Kuba erinnert. Erst am Plaza de La Trinidad bisschen Leute beobachten und dann im berühmten Havanna Club in meiner Lieblingsgegend Getsemani ne Runde Salsa tanzen und mit wunderschönen Kolumbianerinnen anbandeln. Und, oh jam sie sind hübsch.

Auf der Inselgruppe Islas de Rosario ist das Schnorcheln Pflicht und gehört zu den besten Stunden, die ich mit dem Kopf unter Wasser verlebt habe. Nachts kann man inmitten lumineszierendem Plankton schwimmen.

Die zahlreichen weissen Dschungelstrände im Tyrona Nationalpark, die sich die Kolumbianer ohne Hotelbauten und Restaurants bewahrt haben, sind zwar mühsam nur zu Fuß oder auf Pferd zu erreichen, aber dennoch alle Mühe wert. Eine mystische Dschungelexpedition führt an Eingeborenenstämmen, alten Ausgrabungsstätten, die an die Kulissen von Indiana Jones erinnern. In der Nähe sieht man die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada die ein malerisches Bild abgeben. Und weil ihr Euch sicher fragt, wie es um die Sicherheit steht: Naja, Kolumbien hat sich gewandelt, ist aber immer noch Kolumbien. Wer mit der goldenen Rolex reist, hat sie nicht besonders lieb, die goldene Rolex.

Und wie gesagt: die schicken JOOP!-Anzüge lieber nur im Rucksack lassen und nur auspacken, wenn man ein Supertramp-Foto schießen will.

In Kooperation mit JOOP!