It’s a Le Mans World
24. Juli 2017
01 Uhr

Und wieder ging`s für mich nach Le Mans, das 24-Stundenrennen mit den besten Rennfahrern der Welt. Ich bin jetzt zum dritten Mal da, zum dritten Mal hat Porsche gewonnen. Also: mein Team. So ein Autorennen ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung, also dachte ich mir, ich füge noch eine weitere hinzu und habe die großen Rennfahrer mit einem Thema sekkiert, das sonst im Formel 1-Milieu wenig Beachtung findet.

Ich fragte die Herren (und eine Frau) zu einem feministischen Thema. Als erstes traf ich Jacky Ickx, die große Legende, ihr kennt ihn schon, wir waren vergangenes Jahr zusammen auf der Odltimerrallye in Bensberg.

Supertramp: Sag mal Jacky, keine einzige Frau fährt heuer mit. Ist das etwa nix für Frauen?

Ickx: Reden wir nicht groß rum, auf den Formel 1-Zirkus trifft dieser Satz besser zu wie auf nichts anderes: “It’s a mans world”. Aber es gab auch Frauen, die hier wirklich gut waren. Meine eigene Tochter fährt auch Rennen, was als Vater nicht immer einfach ist. Aber ich habe ihr keinen anderen Rahmen geboten als ich ihn selbst hätte haben wollen als junger Fahrer.

Supertramp: Wieso interessieren sich eigentlich Männer mehr für Motorsport?

Mark Webber: Männer sind möglicherweise interessierter, aber es stimmt nicht, dass Frauen das völlig uninteressant finden. Ich sehe das in meiner Social Media, da sind jede Menge Frauen dabei. Ich kann mir keinen Grund vorstellen, weshalb Frauen nicht gleichermaßen erfolgreiche Rennfahrer Innen sein sollten, als Männer. Keine Ahnung, weshalb wir so selten Frauen als Gegner haben.

Supertramp: Würden Sie Ihrer eigenen Tochter erlauben, rennen zu fahren?

Patrick Dempsey: Na klar vor allem auch, weil sie definitiv eine bessere Fahrerin ist, als meine Söhne.

Supertramp: Wie schätzen Sie die Rolle von Frauen im Motorsport generell ein?

Patrick Dempsey: Es gibt ja einige sehr gute Rennfahrerinnen. Aber es wird zu wenig dafür getan, dass junge Frauen früh genug damit beginnen, Rennen zu fahren, um dann auch wirklich erfolgreich sein zu können.

Und dann traf ich tatsächlich Lucile Cypriano, eine Porsche Rennfahrerin, die allerdings diesmal nur am Vorrennen von Le Mans teilnahm.

Supertramp: Wie lange fahren Sie schon?

Lucile Cypriano: Ewig, seit ich sieben Jahre alt bin, also inzwischen seit 14 Jahren.

Supertramp: Und wie sehen Sie das persönlich, sich als eine von wenigen Frauen im professionellen Motorsport mit Männern zu messen?

Lucile Cypriano: Das einzige Problem sind die Jungs selbst, die manchmal etwas komisch drauf sind, wenn ein Mädchen sie abhängt oder gar besiegt. Aber ich mache mir darüber keine Gedanken mehr. Es ist ja deren Problem, nicht meins.

Supertramp: Fahren denn Frauen anders als Männer?

Lucile Cypriano: Nein, wenn wir den Helm aufhaben, sind wir alle gleich.

 

 

Mein Bloggerkollege Daniel Fuchs von the-modern-man.com hat einen herrlich ausführlichen Bericht über unsere drei Tage an der Rennstrecke geschrieben den ihr -> hier! findet.

In Kooperation mit Porsche