Daily Mirrow
24. September 2017
17 Uhr

Manches, das für uns als völlig normal erscheint, war früher eine unfassbare Kostbarkeit. Salz zum Beispiel, wer über den Zugang zu Salz verfügte, der war vor ein paar Jahrhunderten der König. Oder Pfeffer und viele andere Gewürze, die heute in jedem Supermarktregal stehen. Am lustigsten finde ich die Geschichte mit den Tulpen, die in den Goldenen Zeiten der Niederlande extrem teuer gehandelt wurden und zur ersten Spekulationsblase der Finanzgeschichte wurden. Gerade in der Mode gehört dieses Wissen aber dazu, denn die einzelnen Stoffe, Materialien und Farben haben eben ihre eigene Geschichte. Und manche sind damals wie heute edel, reine Seide zum Beispiel oder echte Purpurfarbe. Ein Alltagsgegenstand über den wir uns wenig Gedanken machen, ist der Spiegel.

So richtige Spiegel waren früher ganz schwer herzustellen, erst schaute man in Schüsseln mit Wasser, dann experimentierte man mit Glaskugeln, Zinnfolien und Quecksilber. Wer durch Versailles läuft, kann heute gar nicht ermessen, welchen Wert diese Spiegel da hatten. Im Wiener Schwulencafé Savoy am Naschmarkt hängen die größten alter Machart. Manchmal denke ich mir, wie Sonnenkönig Ludwig XIV ausgeflippt wäre, wenn er so was wie eine Discokugel hätte kennenlernen dürfen.

Vielen sind solche Backgrounds egal. Das ist aber schade, weil man muss ja wissen, welchen Weg die Dinge gegangen sind, die einen umgeben. Spiegel haben mit mir natürlich viel zu tun, weil alle denken ich wäre Narziss, der griechische Göttersohn, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt hat, oder gar Dorian Gray, wobei auch mein Spiegelbild rasant mit mir mitaltert.
Wenn es nicht so eitel wäre, zu sagen, dass man nicht eitel ist, würde ich das mal klarstellen: ich habe gar keinen Spiegel, außer den kleinen im Bad. Weil ich es ja eigentlich lustig finde, auch mal scheiße auszusehen. Aber das ist vermutlich schon wieder fürchterlich eitel. Neuerdings habe ich einen Spiegel in meinem Leben. Er gehört zur Rückseite meines Smartphones, dem Xperia XZ Premium von Sony. In ihm spiegelt sich vor allem die Umwelt, mein ganzes Leben. Ich liebe es die Welt im Spiegel dieses Geräts zu betrachten, es ist fast wie in einem Filter.

In Spiegeln sieht man sich angeblich spiegelverkehrt. Aber wenn wir nicht gerade auf Fotos von uns glotzen, kennen wir uns selbst nur spiegelverkehrt. Aber weil nie etwas verkehrt sein kann, was man selbst als richtig empfindet, bin ich für die Einführung des Begriffs: Spiegelrichtigkeit. Daran glaube ich: Nichts ist wirklich verkehrt. Aber kaum was, ist richtig.

In Kooperation mit Sony Xperia