Driven by German Design
06. Januar 2018
21 Uhr

Obwohl es noch über vier Jahre hin ist, wirft die Fußballweltmeisterschaft in Katar bereits ihre Schatten voraus. Volkswagen nutzte den Boom in dem kleinen Scheichreich zwischen Saudi Arabien und Bahrain, um Deutschlands erfolgreichstes Produkt in einer Ausstellung zu präsentieren: Deutschland selbst. Man hat selten ein klares Bild von sich – und so staunte ich nicht schlecht, wofür wir in der Welt also so stehen. Im Rahmen der „deutschen Saison“, die das Auswärtige Amt mit dem Katarmuseum organisierte, wurde Deutschland als Designnation präsentiert. Und siehe da: wir sehen ziemlich gut aus. Was da in siebzig Jahren an Architektur, Grafikdesign, Produktdesign, Automobildesign, Mode- und Möbeldesign entstanden ist, hat selbst mich umgehauen.

Von den unterschiedlichsten Porsches und VWs, über den ersten Macintosh und die von Braundesigner Dieter Rams inspirierte iPhone-Gestaltung zum japanischen Schnellzug Shinkansen. Als Münchner freute mich, dass unser Olympiastadion in dem Wüstenstaat so gewürdigt wurde, schließlich war das eine Art Elbphilharmonie der 70er-Jahre.

Schon im Flugzeug saß ich neben Stefan Diez, dem derzeit wichtigsten deutschen Produktdesigner, dessen fantastische Entwürfe natürlich auch zu sehen waren. So kam ich zu einer Privatführung des Designstars durch die Ausstellung, und durfte ziemlich viel über die unterschiedlichen Produkte und Ihre Herstellung erfahren.

Überhaupt war das eine ziemlich gut gecastete Reisegruppe. Ich bin es ja inzwischen gewohnt als Supertramp mit Größen der Mode- und Fotografenbranche zusammenzusitzen, aber ehemalige Bundespräsidenten, Vorstandsvorsitzender diverser Autokonzerne, Botschaftern, der Emirfamilie und dann noch ein paar Geheimdienstleuten, die sich auch noch als solche vorstellen, kommt man nicht alle Tage zusammen.

Es war eine launige Veranstaltung und es wurde – Scharia hin, Scharia her – auch mal angestoßen.

Weil mich natürlich einige fragen werden: Ja ich weiß, dass die Ausrichtung der WM in dem strengen islamischen Land umstritten ist und die Arbeitsbedingungen dort nicht im Sinne der deutschen Gewerkschaften sind. Wir müssen uns überlegen, ob wir internationale Sportevents nur in der westlichen Welt austragen, oder damit umgehen, dass nicht alle auf unserem Stand sind. Ich habe mich dazu entschieden, es mir selbst anzuschauen.

In Kooperation mit Porsche